Baltikorn Bisherwässers philosophische Gedanken aus dem Nähkästchen

Wenn es nun einem Menschen gutginge, wieso frage ich, sollt er sich eines bessern belehren lassen, wieso frag ich, sollt er sich nach einem bessern umschaun oder einem andern an den Kragen wollen? Wenn es ihm nun aber nicht so gut ginge, käm er sich nicht reichlich trottlig vor, hätt er keinen Hut auf dem Haupte? Und trüg sich nicht mit allerlei faseligen Gedanken, die ihm wie die Fliegen um den Kopf schwärmen und hin und wieder die eine oder andre zustoßen und ihn piesaken? Und käm er sich dabei nicht ganz ungelassen und gehetzet vor? Aber nehmet nun den ganz elenden Menschen. Sollt er sich etwa die Freiheit nehmen, wo er doch keine hat, oder auch zuviel, wo ihm nur elend ist? Und würd er sich nicht ständig und allerorts, wohin er auch käme, käme er nur allerorts, sich unter die Nase reiben lassen, daß die Gedanken und Fliegen ihn schon verlassen haben, grad drum, weil er so elend ist und nicht, weils schonmal anders zuginge im Gehege, wo die Bisams und Windsors beieinand stehen ganz ohne Witterung? Aber früg nun jener, dem es gut ginge, diesen Elenden nach dessen Elend und seinem Wohlgehen, so müßt doch der gewiß antworten, er wüßt auch nicht so recht, und er verstünd die Welt auch nicht besser als der Kompaß ihm soufflierte, und überhaupt Rat doch besser bei dem zu holen, der das Rad nicht immer neu erfinden müßt, weils auf ihn schon gekommen ist und er sich darum nicht schämen tät, wie es ja auch schon im Buche geschrieben stünde, daß reichlich Mast auch den dämlichsten Stier in den Schlamm hineintreibt. Und so wollen wir es denn auch halten, wenn Ihr mich frügt, die Nase immer recht anspitzen und beim Ballon aufgepaßt, daß er nicht an die Nasenspitze triebe. Denn treiben und reiben sind doch zweierlei, es sei denn auf dem Mond, wohin sich doch kaum einer verirret, der sich nicht gründlich die Füße gewaschen.

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