Über Brückenbaukunst

Die Kunst, eine Brücke zu bauen, ist gar keine mehr. Man muss sie statistisch betrachtet nur austarieren, anrechnen und balancierend über Flüsse und Ufer spannen. Krebs- und andere Weichteile außer Betracht lassend, prüft sich eine intakte Brückenbaukunst anhand von trampelfesten Pfaden, Hüpf- und Klopfproben. Danach sollte alles felsenfest fundiert und fugenhaft plombiert sein. Da wackelt nichts, da klappert nichts. Alles konkret und korrekt.

Die Brückenbaukunst, früher hoch angesehen, mittlerweile außer Mode geraten. Der Trend geht in die Wüste. Dort braucht man keine Brücken, nur Handschuhe, Augenklappen und Maschinengewehre. Denn eine Brücke von West nach Ost, die kostet einfach zu viel. Und würde im Grunde nicht lange halten. Zu heiß da drüben, da schmilzt der Stahlbeton und verläuft im Sande.

Wer kennt ihn noch, den Hit aus vergangenen Tagen?

> Komm, ich reich' dir die Hand und helf' dir über die Wupper.
> Denn über sieben Brückentrümmer musst du geh'n.
> Mein Schatz, komm her und ich knall' dich ab.
> Oder spreng' dir die Brücke unter den Füßen weg.

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